Gripability

Patrick Oeffner stellte seine mobile Greifhilfe Gripability vor.

Der Tetraplegiker malt gern, konnte aber aufgrund seiner hohen Querrschnittslähmung keinen Pinsel mehr halten. Da auf dem Hilfsmittelmarkt keine geeignete Lösung für dieses Problem zu haben war, erfand der Rollstuhlfahrer sein eigenes automatisches Handhabungssystem.

Gripability funktioniert mit Druckluft und besteht aus einem Rucksack, in dem die elektro-pneumatische Technik kompakt untergebracht ist sowie einem Greifer, der je nach Art der Behinderung an der Hand oder einem anderen Körperteil des Anwenders befestigt wird. Ausgelöst wird die Greiffunktion mittels eines Schalters, der je nach den körper lichen Möglichkeiten des Anwenders auf verschiedene Weise bedient werden kann, zum Beispiel per Saug- und Blasesteuerung. Die Kraft bzw. Feinfühligkeit, mit welcher der Anwender zugreifen möchte, kann über die Druckluft individuell dosiert werden.

Von der innovativen Greifhilfe profitieren alle Menschen, die mit dem Greifen Schwierigkeiten haben. Sie ist in den verschiedensten Lebensbereichen einsetzbar, und auch ihr Erfinder Patrick Oeffner benutzt sie längst nicht mehr nur zum Malen.

Gripability ein innovatives Greifhilfsmittel

Assistierende Technologie

Als Assistierende Technologien werden Produkte oder Hilfsmittel bezeichnet, die dazu dienen, die Selbstständigkeit und Lebensqualität von Menschen mit einer oder mehrfacher Behinderung zu verbessern.
Gripability ist ein Hilfsmittel, welches beispielhaft für den Begriff Assistive Technology steht.

Was genau ist Gripability?

Gripability ist ein neu entwickeltes automatisches Handlingsystem für Menschen mit eingeschränkter Greif- und Haltefunktion. Es ist eine Innovation auf dem Gebiet der Greifhilfen für Menschen mit Handicap und ermöglicht seinem Benutzer im Alltag selbständig verschiedenste Utensilien, wie Trinkgefäße, Besteck, Haar- und Zahnbürste, Schreibwerkzeug und vieles mehr zu handhaben. Das bedeutet, dass der Benutzer Dinge ohne Hilfe aufnehmen und in einem sicheren festen Griff benutzen und danach wieder ablegen kann. Hier kann für den Benutzer eine neue Selbstständigkeit im Alltag erzielt werden.

Wie funktioniert Gripability?

Ein automatisch betriebener Greifer wird an der Hand oder einem anderen Körperteil des Benutzers so adaptiert, dass er, seinen Möglichkeiten entsprechend, maximale Flexibilität im Erreichen und Umgang mit den Utensilien gewinnt.
Das Öffnen und Schließen sowie die Kraft des Greifers steuert der Anwender mit Hilfe einer Schaltung, die individuell auf seine Bedürfnisse angepasst wird. Hierbei ist eine Handschaltung genauso möglich wie eine Mund- oder Sprachsteuerung.
Das System wird mit einer mobilen Energieversorgung betrieben. Bei der Druckluftvariante werden die Druckluftspeicher mit einem Kompressor aufgefüllt.

Wer benutzt Gripability?

Menschen, die Schwierigkeiten haben Gebrauchsgegenstände fest und sicher zu benutzen und all jene Menschen, deren limitierte Handfunktion ihnen keine ausreichende Stabilität gewährleistet, um Alltagsutensilien sicher zu handhaben.

Wer hat Gripability erfunden?

Der Erfinder von Gripability gehört selbst zum Kreis der Menschen mit schwerst eingeschränkter Greif- und Haltefunktion, deshalb kennt er die Probleme, die ein solches Handicap mit sich bringt. Natürlich hat er Gripability bereits in seinen Alltag integriert.
Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie im Internet unter www.gripability.com.

Gripability auf Rehacare

Wenn am 3. Oktober die diesjährige Rehacare in Düsseldorf startet, ist auch der Freiensteinauer Tetraplegiker Patrick Oeffner mit einem Stand (Halle 5, Stand C31) dabei. Er stellt die von ihm entwickelte Greifhilfe "Gripabilitiy" vor.

Als "neue Lösungen zur Kompensation eingeschränkter Greiffunktion", erklärt er seine Entwicklung gegenüber den kobinet-nachrichten. Oeffner geht neue Wege bei der Lösung von Problemen aufgrund fehlender oder eingeschränkter Handfunktion. "Als Betroffener kenne ich mich bestens aus und kann unserem Entwicklungsteam die entscheidenden Impulse geben", so Oeffner. Mit Gripability können Betroffene Gegenstände ergreifen und halten. "Früher sind mir immer die Pinsel aus der Hand gefallen" berichtet Oeffner, der ein begeisterter Maler ist. Gripability ermögliche ihm unter anderem aber auch, eine Tasse zu heben und an den Mund zu führen oder mit Besteck zu essen. Das Handlingsystem habe jetzt die Marktreife erreicht. "Wir stellen uns kommende Woche auf der internationalen Fachmesse für Menschen mit Behinderungen, der RehaCare, der breiten Öffentlichkeit vor".

Zahlreiche Reha-Zentren von Hamburg bis Nottwil hätten Gripability bereits kennen gelernt und die Produkte getestet. "Die Therapeuten erkennen, welche Chancen sich mit unseren Systemen ergeben." Der Bedarf an entsprechenden Hilfsmitteln sei groß. Deshalb haben Oeffner und sein Team bereits ein weiteres Produkt entwickelt. Die Arbeitshilfe "Xhand" - eine automatische Haltevorrichtung für Menschen, die keine oder nur eine Hand zur Verfügung haben. elba

Mit Gripability alles im Griff

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Für Menschen mit limitierter Handfunktion ist es häufig schwierig, Gegenstände zu greifen und gezielt einzusetzen. Abhilfe verspricht Gripability: Das neue, automatisch betriebene Greifsystem, mit dem vorsichtig angefasst, aber auch fest zugepackt werden kann.

Konzentriert sitzt Patrick Oeffner an seiner Staffelei und malt. Zuerst großflächig mit einem dicken Pinsel, dann wechselt er zu einem dünneren, um mit feinem Pinselstrich die Details herauszuarbeiten. Für Künstler, die mit ihren Händen normal greifen können, ist das kein Problem, aber Patrick Oeffner ist Tetraplegiker. Trotzdem geht das auch für ihn ganz selbstverständlich, denn an seiner gelähmten Hand ist ein Greifer befestigt, der es ihm ermöglicht, mit Pinseln und Farben zu hantieren.

Neue Ideen durch die Malerei

Die Leidenschaft für die Malerei hat den findigen 37-Jährigen schon auf einige Ideen gebracht: „Zu Beginn habe ich mit bloßen Händen an einem Tisch gemalt, denn ich konnte keinen Pinsel greifen und mein Arbeitsbereich an der Staffelei war sehr eingeschränkt.“ Das Problem mit der Staffelei löste er, indem er einen Garagentorantrieb zweckentfremdete – damit war die Staffelei in der Höhe verstellbar. Für den Pinsel baute sich der Fahrer eines Adventure von Alber eine einfache Befestigung an der Hand. Doch damit war der Künstler und Autodidakt nicht lange zufrieden. „Ich wollte die Pinsel wechseln können, die Farben alleine zusammenstellen und mischen. Dafür musste es doch eine technische Lösung geben!“ Da keine entsprechenden Hilfsmittel erhältlich waren, hat er sich selbst etwas einfallen lassen: das Greifsystem Gripability. Bei der Entwicklung wurde er von dem Pneumatikspezialisten Festo AG & Co. KG großzügig gesponsert, denn das Unternehmen war spontan davon begeistert. Was im September 2005 mit einer Idee von Patrick Oeffner begann, nahm schon im November 2005 in Form von Prototypen Gestalt an. Die Gripability GmbH wurde im Februar 2006 gegründet und hat Mitte Juli 2007 auf der Hausmesse der Manfred-Sauer-Stiftung das fertige Produkt vorgestellt, das auch CE-zertifiziert ist. Industrie, Medizin und Betroffene sind daran sehr interessiert. „In den Querschnittzentren von Duisburg, Frankfurt, Greifswald, Hamburg, Murnau und Nottwil in der Schweiz waren seit Mitte 2006 zahlreiche Prototypen im Einsatz und ich selbst habe Gripability schon längst völlig in meinen Alltag integriert“, so Oeffner.

Die Technik macht’s möglich

Die Bedienung von Gripability ist kinderleicht und kann individuell angepasst werden: "Standard ist ein Bedienmodul, das berührungsfrei reagiert und kompatibel mit handelsüblichen Tastern ist", so Patrick Oeffner, "auch Blaseschalter gehören zum Programm." Je nachdem, ob eine Scheibe Käse vorsichtig gegriffen und auf ein Sandwich gelegt, oder ob ein schwerer Gegenstand aufgenommen werden soll, wird der Druck entsprechend eingestellt. "Ein Druckluftmodul mit 16 bar Füllung, das in einen Rucksack passt, reicht für etwa 200 bis 400 Greifvorgänge", erklärt Oeffner, der dazu auch schon eine Schülergruppe beim Landeswettbewerb von "Jugend forscht 2007" betreut hat. Mit der Robert-Bosch-Schule in Ulm wurde eine stufenweise Steuerung entwickelt, die im Gegensatz zur stufenlosen Steuerung eine energiesparsame Druckregelung ermöglicht.

Der erste Seriengreifer von Gripability ist gerade auf dem Markt – und Patrick Oeffner hat schon neue Pläne: "Eine Werkzeugkiste mit unterschiedlichen Zangen, die sich für verschiedene Materialien und Formen eignen – ich habe da schon ziemlich konkrete Vorstellungen."

Hilfsmittel ermöglichen ein aktives Leben

Lösungen zur Mobilität standen bei der Hausmesse in der Manfred-Sauer-Stiftung im Mittelpunkt

Lobbach-Waldwimmersbach. (tri) Wie von Geisterhand gesteuert fährt ein Rollstuhl ohne Fahrer durch die Halle, vorbei an Firmenständen und einem Besucherpulk in der Manfred-Sauer-Stiftung. Des Rätsels Lösung: Am manuellen Rollstuhl ist ein Elektroantrieb am Sitz angebracht, der über ein Bediengerät ferngesteuert wird. Intelligente Lösungen, die Rollstuhlfahrern mehr Möglichkeiten für ein unabhängiges Leben verschaffen, war das wichtige Thema der zweitätigen Hausmesse im Stiftungsgebäude.

Bei seiner Begrüßung wünschte Manfred Sauer vor allem Impulse für mehr Mobilität und den über 25 ausstellenden Firmen sowie den Kooperationspartnern Deutscher Rollstuhlsport und das Berufsförderwerk Bad Wildbad anregende Gespräche. Ihm sei es vor allem wichtig, mit der Stiftungseinrichtung behinderten Menschen zu zeigen, dass sie ihr Leben aktiv gestalten können.

Die Themenvielfalt in den Vorträgen war groß, behandelte neue Möglichkeiten des Bewegungstrainings, Gesundheitsaspekte, sportliche Möglichkeiten, Urlaub, Mobilität für Autofahrer, das persönliche Budget, Alltägliches, Geschichte des Rollstuhlsports, Darmprobleme, Neurourologie und gesunde Ernährung. Auf dem weitläufigen Gelände blitzten in der Sonne schicke "Handbikes", speziell umgerüstete Autos und hochtechnisierte "Speedys". In der Halle gab es vom kuschelwarmen Wellness-Schuh über therapeutische Produkte bis hin zu behindertengerecht ausgestatteten Möbelsystemen viel Neues.

Eine praktische Erfindung für Menschen mit fehlender Handfunktion ist "Gripability". Diese elektro-pneumatisch gesteuerte Greifhilfe gibt Menschen mit Behinderung Eigenständigkeit bei den alltäglichen Handhabungen oder beim Hobby zurück. Daneben verblüffte ein spezieller Strandrolli mit dicken gelben Plastikrädern: Er lässt sich auch durch den tiefsten Sand bequem schieben und sieht wie ein Liegestuhl aus.

Geführte Rundgänge, ein Gewinnspiel und Musikalisches mit „Chuks & Meike“ krönten den ersten Abend, der im eigenen Vollwert-Restaurant mit Stiftungsbier gefeiert wurde. Am zweiten Tag riss der Besucherstrom ebenfalls nicht ab, auch Bürgermeister Heiner Rutsch machte sich ein Bild von der Hausmesse.

Erfindung eines Betroffenen: Greifsystem für gelähmte Hand

Gripability ist ein neu entwickeltes automatisches Handlingsystem für Menschen mit eingeschränkter Greif- und Haltefunktion, eine Innovation auf dem Gebiet der Greifhilfen für Menschen mit Handicap. Es ermöglicht seinem Benutzer im Alltag selbstständig verschiedenste Utensilien, wie Trinkgefäße, Besteck, Haar- und Zahnbürste, Schreibwerkzeug, und vieles mehr zu handhaben.

Handhaben bedeutet, dass der Benutzer die Dinge ohne Hilfe aufnehmen, in einem sicheren festen Griff zum Benutzen bringen und wieder ablegen kann. Gripability kann seinem Anwender in der Tat neue Dimensionen der Eigenständigkeit im Alltag erschließen.

Wie funktioniert Gripability? Ein automatisch betriebener Greifer wird an der Hand oder einem anderen Körperteil des Benutzers so adaptiert, dass er, seinen Möglichkeiten entsprechend, maximale Flexibilität im Erreichen und Umgang mit den Utensilien gewinnt. Öffnen und Schließen sowie die Kraft des Greifers steuert der Anwender mit Hilfe einer Schaltung, die individuell auf seine Bedürfnisse angepasst wird – vom Handschalter über Mundsteuerung bis hin zur Sprachsteuerung sind alle, der Art des Handicaps entsprechenden, Lösungen möglich.

Das System wird mit einer mobilen Energieversorgung betrieben. Bei der Druckluftvariante werden die Druckluftspeicher mit einem Kompressor aufgefüllt.

Wer benutzt Gripability? Alle Menschen, die aus welchem Grund auch immer, Schwierigkeiten haben Gebrauchsgegenstände fest und sicher zu benutzen. Dies können z.B. Querschnittgelähmte (Tetraplegiker), Amputierte oder Muskelkranke sein. Eben all diejenigen Menschen, deren limitierte Handfunktion ihnen keine ausreichende Stabilität gewährleistet, um Alltagsutensilien sicher zu handhaben.

Wer hat Gripability entwickelt? Patrick Oeffner, der Entwickler von Gripability, gehört selbst zum Kreis der Menschen mit schwerst eingeschränkter Greif- und Haltefunktion. Aus diesem Grund hat er ein optimales Verständnis für die Probleme, die ein solches Handicap mit sich bringt und für deren Kompensationsmöglichkeiten. Natürlich hat er Gripability bereits in seinen Alltag integriert.


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